Hauptverwaltung Rijkswaterstraat Zeeland in Middelburg

Als klarer Gebäuderiegel markiert die neue Zentrale der niederländischen Gewässeraufsicht in Zeeland die Stadtkante von Middelburg. Die Lage direkt am Kanal ermöglicht weite Blicke in die umgebende Landschaft. Der Baukörper, der auf etwa 12 000 m2 Geschossfläche Platz für 450 Mitarbeiter bietet, ist über das Gelände angehoben, die Parkierung erfolgt unter dem Gebäude. Der Rest des Grundstücks kann so als öffentlicher Park genutzt werden. Im Gebäude befinden sich ein Krisenzentrum, von dem aus im Notfall alle Schleusentore Zeelands gesteuert werden können, sowie ein staatliches Archiv, ein Restaurant, ein Konferenzbereich und ein Fitnesscenter.

Für die zumeist im Außendienst tätigen Mitarbeiter dient das Gebäude als Basis und Treffpunkt. Konstruktions- und Ausbauraster erlauben eine flexible Nutzung von traditionellen Einzelbüros über eine Arbeitsplatzverteilung nach Bedarf bis hin zur Abtrennung vermietbarer Flächen. Telefon, Datenleitungen und Stromversorgung sind im Fassadenraster von 1,20 m überall im Gebäude zugänglich. Eine helle und freundliche Atmosphäre im Inneren soll die Kommunikation der Außendienstmitarbeiter fördern. Die Glasfassade lässt viel Licht ins Innere, erlaubt Einblicke und signalisiert Offenheit. Während das unterste Geschoss teils öffentlich zugänglich ist, unterliegt der Rest des Gebäudes strengen Sicherheitsvorschriften.



Regenerative Energien und umweltschonende Technik

Das Energiekonzept und der ressourcenschonende Ansatz sind richtungsweisend für nachhaltiges Bauen in den Niederlanden. Zu den eingesetzten Maßnahmen gehören passive Solarenergie-Nutzung, Wärme- und Kältespeicherung im Erdreich sowie Bauteilaktivierung. Daneben wurde auf die Umweltverträglichkeit der eingesetzten Materialien und Techniken geachtet. Die Bauteilaktivierung erfolgt über wasserführende Leitungen, die neben Lüftungs verteilung und Elektro- und Datenleitungen in die Fertigteil-Deckenelemente aus Beton integriert sind. In den Büros entstehende Wärme kann so über Durchspülung des Betons mit kühlem Wasser abgeführt werden – wesentlich komfortabler als über Luftzirkulation. Die Luftwechselrate konnte so auf ein Viertel reduziert werden.


Architekt:
Paul de Ruiter, Amsterdam

Mitarbeiter: Dieter Blok, Monique Verhoef, Willeke Smit, Helga Traksel, Michael Noordam, Sander van Veen, Emma Franks, Melanie Go, Florent Rougemont, Jeroen
Quanjier, Nicolle Flagiello

Tragwerksplaner:
ABT bv, Amsterdam

 

 

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