Energiesparsiedlung in Köln – mit Klimaschutz Geld sparen

Im August wurde bei der Bundeskabinettsklausur in Meseberg eines der größten Klima- und Energieschutzpakete in der Geschichte der Bundesrepublik verabschiedet. „Vor allem die Wohnungswirtschaft wird in diesem Zusammenhang noch stärker als bisher in die Pflicht genommen“, so Dr. Rüdiger Vogel, Geschäftsführer beim Baustoffhersteller Saint-Gobain Weber. „So werden in den Jahren 2008 und 2012 die Anforderungen zum Energiesparen bei Neubauten und Modernisierungen um jeweils 30 Prozent aufgestockt.“ Dass solche Vorgaben ohne weiteres erfüllt werden können, zeigt die größte Energiesparsiedlung Nordrhein-Westfalens. Im Kölner Stadtteil Ossendorf hat die GAG Immobilien AG eine Wohnanlage aus dem Jahr 1963 mit Hilfe einer hochwertigen Wärmedämmung sowie einer zentralen Holzpelletsanlage modernisiert und wird dadurch künftig bis zu 90 Prozent der Heizkosten einsparen. Die ersten drei Gebäude wurden im Juni eingeweiht, zwei weitere befinden sich vor der Fertigstellung.


Projekt mit Vorbildcharakter

„Nichts ist so überzeugend wie das gebaute Beispiel. Das Renovierungsprojekt der GAG in Köln ist vorbildlich“, so der Kommentar von Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) am Rande der Einweihungsfeierlichkeiten. Tatsächlich sind die fertig  gestellten Wohnblöcke in Sachen Wärmeversorgung und Wärmeschutz absolut zukunftsweisend und erfüllen zudem alle Anforderungen einer rundum ökologischen Bauweise. So werden die Stromversorgung und die Warmwasserbereitung größtenteils durch Solarthermie- und Photovoltaikanlagen gedeckt. Ergänzt wird dieses klimaneutrale Heizkonzept durch eine leistungsstarke, umweltfreundliche Wärmedämmung. Die vormals ungedämmten Fassaden der Gebäude wurden mit einer vollmineralischen Dämmschicht versehen.


Ökologisch dämmen

Bei der verwendeten Fassadendämmung handelt es sich um weber.therm A 100, ein aus Mineralwolle-Lamellen und mineralischen Edelputzen bestehendes Wärmedämmverbundsystem. Die insgesamt 14 Zentimeter starke Dämmschicht senkt bereits für sich genommen den Energieverbrauch der Ossendorfer Siedlung um rund 40 Prozent. Neben den hervorragenden Dämmeigenschaften verfügt das System über ein hohes Maß an Diffusionsoffenheit  sowie einen maximalen Brandschutz der Baustoffklasse A1. Um alle diese Vorteile voll zur Geltung zu bringen, wurden beim Aufbau des Systems ausschließlich die vom Hersteller Saint-Gobain Weber vorgesehenen Einzelkomponenten verwendet. Bei der Oberflächengestaltung kam ein dickschichtiger mineralischer Edelkratzputz zum Einsatz.


Hochwertige Fassadengestaltung

Mineralischer Edelkratzputz ist besonders langlebig und besteht aus rein natürlichen Rohstoffen. Er eignet sich daher besonders gut für ein ökologisches Sanierungsprojekt wie die Energiesparsiedlung Ossendorf. Kratzputzoberflächen sind hydrophil, d.h. sie nehmen Regen- oder Tauwasser auf und geben es schnell wieder ab. Auf diese Weise bieten sie einen nachhaltigen Schutz vor Algen und Pilzsporen, der den Einsatz umweltschädlicher Vorbeugungs- bzw. Reinigungsmaßnahmen überflüssig macht und für einen langfristigen Werterhalt sorgt. Darüber hinaus erfahren die eher nüchternen und funktionalen 60er-Jahre-Bauten der Ossendorfer Siedlung durch den Einsatz dieser Oberflächenvariante auch optisch eine erhebliche Aufwertung. So erstrahlen die ursprünglich grauen Fassaden heute in modernen, freundlichen Rot- und Gelbtönen. Die für Kratzputz charakteristische, lebendige Oberflächenstruktur unterstreicht dieses Erscheinungsbild noch zusätzlich.


Umfangreiche staatliche Förderung

Nicht nur wegen der Langlebigkeit des WDV-Systems, der enormen Energieersparnis sowie der merklichen Steigerung des Immobilienwertes handelt es sich bei der Energiesparsiedlung Köln-Ossendorf um eine lohnenswerte Investition. Darüber hinaus konnte die GAG Immobilien AG auch die umfangreichen staatlichen Fördermittel von Bund und Ländern in Anspruch nehmen. Allein das Land Nordrhein-Westfalen unterstützte das Projekt im Rahmen des Programms 50 Solarsiedlungen in NRW mit 300.000 Euro. Hinzu kamen zinsgünstige Darlehen und ein Tilgungszuschuss aus dem CO2-Gebäudesanierungsprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau sowie diverse Fördermittel für alternative Energieträger. Die staatlichen Fördermöglichkeiten werden übrigens im Zuge der Merseberger Kabinettsklausur noch weiter ausgebaut.


Nachhaltige Stadtentwicklung

Alles in allem ist die energetische und ästhetische Aufwertung der Ossendorfer Wohnsiedlung auf Basis eines ökologischen Maßnahmenkonzeptes ein effektiver Beitrag für die nachhaltige Entwicklung des Stadtteils. „Was zuvor eher den Eindruck eines Vorstadtghettos machte, wird nunmehr zur neuen Mitte Ossendorfs“, erklärt GAG-Vorstandsmitglied Günter Ott nicht ohne Stolz. „Das Farbkonzept, völlig neu gestaltete Außenanlagen sowie Wege und Plätze geben der Siedlung ein ganz neues Gesicht und sorgen dafür, dass die Mieter sich hier wohl fühlen. Wenn die Mieter dann auch noch unter dem Strich sparen, ist das umso besser.“

Tatsächlich profitieren auch die Bewohner der Ossendorfer Siedlung nicht allein von der Aufwertung ihres Wohnumfeldes. Vor zwei Jahren noch lagen die monatlichen Kosten für Warmwasser und Heizung bei rund drei Euro pro Quadratmeter. „Heute liegen die Abgaben nur noch bei 0,21 Euro. Das ist eine Reduzierung um mehr als 90 Prozent“, erläutert Günter Ott. "Die  Mietsteigerung von maximal zwei Euro je Quadratmeter wird also durch die Energiekostenreduzierung mehr als ausgeglichen.“

Weitere Informationen unter
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