Kalkputz – die ökologische Fassadengestaltung

Putzfassaden fungieren als schützende Haut und prägen Charakter und Erscheinungsbild von Bauwerken. Als traditioneller Baustoff wird Kalkputz vor allem in der Denkmalpflege und bei Sanierungen eingesetzt. Um bei Neubauten hochwertige und schadenfreie Fassaden zu erhalten, müssen Wand, Putz und Anstriche bzw. Beschichtungen sorgfältig aufeinander abgestimmt werden.

Als der Edelputzhersteller Saint-Gobain Weber vor fünf Jahren die ersten Bio-Kalkputze für Innenanwendungen einführte, war dies noch ein Nischenmarkt. Doch der allgemeine Trend zu umweltverträglichen Produkten hat auch vor Baustoffen nicht Halt gemacht, und Kalkputz etabliert sich zunehmend. Neben den ökologischen Kriterien überzeugen auch die Gestaltungsmöglichkeiten, beispielsweise in Form feiner, gefilzter Oberflächen. Weber hat sein Kalkputzsortiment nochmals erweitert und jetzt auch ein rein mineralisches Kalkputzsystem für die Fassade auf den Markt gebracht.

Bio für Innen- und Außenwände
Dem Planer steht somit erstmals ein vollständiges Kalkputzsystem für innen und außen zur Verfügung. Die Vorteile des mine­ralischen Baustoffs kommen umso besser zur Geltung, je homogener der Aufbau der Wandbeschichtung ist. Die baubiologischen und funktionellen Vorteile der weber.cal-Außenputze entsprechen denen der Innenputze. Sie werden ganz ohne Konservierungsstoffe, Lösungsmittel oder Weichmacher hergestellt. Da keine flüchtigen organischen Substanzen wie Formaldehyd oder Benzol enthalten sind, ist der Baustoff zu 100 % emissionsfrei. Vor allem aber bietet Kalkputz durch seine hohe Diffusionsoffenheit und seinen guten Wasserhaushalt einen natürlichen Schutz vor Verschmutzungen wie Algen und Pilzen. Umweltbelastende Vorbeugungs- bzw. Reinigungsmaßnahmen können so entfallen. Zudem sind Kalkputze antistatisch und ziehen nicht wie andere Oberflächen Schmutzpartikel aus der Umgebung an.


Nachhaltiger Verschmutzungsschutz
Veränderte Umweltbedingungen haben dazu geführt, dass Gebäudehüllen in den vergangenen Jahren zunehmend von Algen und Pilzsporen befallen wurden. Diese Problematik sollte bereits bei der Planung von Neubauten oder Sanierungen berücksichtigt werden, um dem frühzeitigen Sanierungfall der Fassade vorzubeugen. Verunreinigungen entstehen vor allem, wenn sich Regen- und Kondenswasser ablagert, wie es bei hydrophoben, also wasserabweisenden Oberflächen der Fall ist. Die Feuchtigkeit verdunstet und aus den organischen Rückständen können sich Pilze und Algen entwickeln. Viele Bauphysiker empfehlen daher heutzutage hydrophile Oberflächen wie Kalkputz-Fassaden. Durch ihre hohe Diffusionsoffenheit und den guten Wasserhaushalt nehmen sie die Feuchtigkeit auf und geben sie später wieder ab, wodurch dem Wachstum von Algen und Pilzen jegliche Grundlage genommen wird.

Natürlicher Selbstreinigungseffekt

In den Forschungslabors von Weber wurde zudem noch ein weiterer Effekt entdeckt, der für einen Einsatz von Fassadenputzen auf Kalkbasis spricht. Die Geologin Anette Lork hat zahlreiche Proben aus verschiedenen Kalkputzfassaden mikrostrukturell analysiert und eine Art natürlichen Selbstreinigungseffekt bei Kalkputzen festgestellt: Ist die Fassade über einen längeren Zeitraum Witterungseinflüssen ausgesetzt, wird die Putzoberfläche sukzessive mit Calciumcarbonat-Kristallen überzogen. Die Kristalle sind mit einer Größe im Nano-Bereich für das bloße Auge nicht sichtbar. Der Effekt, den sie bewirken, allerdings schon. Durch die Kristalle bekommt der Putz eine Art Nano-Oberflächenstruktur, die Niederschlagsfeuchtigkeit noch besser abführt als bisher. Dieser Effekt bringt noch einen zusätzlichen Vorteil. Kleinste Haarrisse und Beschädigungen in der Oberfläche des Putzes werden durch das sich herauskristallisierende Calciumcarbonat überlagert und nach einiger Zeit verschlossen. Dieser Selbstheilungs-Effekt ist bei historischen Bauwerken mit Kalkputz-Oberflächen seit Langem bekannt.

Putz auf Wandbildner abstimmen
Doch Risse sollten gerade bei Neubauten gar nicht erst entstehen. Hier kommt dem Unterputz eine entscheidende Bedeutung zu. Um Mauerwerksspannungen auszugleichen und eine Rissbildung im Oberputz zu vermeiden, bietet Weber mit dem weber.cal 173 einen faserarmierten Kalkleichtputz an, der besonders auf die Anforderungen der hoch wärmedämmenden Ziegel abgestimmt ist. Durch die außergewöhnlich hohen Dämmeigenschaften dieser Ziegel entsteht ein sehr starkes Dampfdruckgefälle. Hier kommt die Diffusionsoffenheit des Kalkputzes positiv zum Tragen. Herkömmliche, sehr dichte Putzmaterialien an der Außenseite verhindern die durchgängige Dampfdiffusion. Das kann zu erheblichen Feuchtigkeitsproblemen führen. Deshalb ist bei der Wahl des Putzsystems auf den Wandbildner und dessen Eigenschaften zu achten. Sehr offene, hochleistungsfähige Ziegel verlangen nach sehr diffusionsoffenen, hochleistungsfähigen Kalkputzen.

Individuelle Gestaltungsvielfalt
Kalkputz ist als Fassadenoberfläche jedoch nicht nur in ökologischer und bauphysikalischer Hinsicht von Vorteil. Verschiedene Putzstrukturen, Körnungen, Farben und Veredelungstechniken eröffnen Planern und Bauherren nahezu unbegrenzte Gestaltungsmöglichkeiten. Durch das Filzen der Putzschicht lässt sich zudem eine besonders edle, feinkörnige Oberflächenstruktur erzielen. So erhält jede Fassade ein einzigartiges und lebendiges Erscheinungsbild, das sich je nach Tageszeit und Lichteinfall immer wieder neu präsentiert.

Ideal für Dämmung auf Passivhausniveau
Die besonderen Produkteigenschaften von Kalk empfehlen sich auch bei der Dämmung von Niedrigenergie- und Passivhäusern. Denn moderne, hoch dämmende Hochlochziegel weisen einen sehr niedrigen Dampfdiffusionswiderstand auf. Feuchtigkeit, die bei der Errichtung eines Hauses oder dessen Benutzung unweigerlich in das Mauerwerk eindringt, muss aber wieder abgeleitet werden. Ein diffusionsoffener Kalkputz unterstützt das Abtrocknen des Mauerwerks nach außen und fördert damit die
Herausbildung eines gesunden Wohnklimas. Die weber.cal-Außenputze können als Oberputz auf allen gängigen WDV-Systemen zum Einsatz kommen. »Ideal ist die Kombination mit einem mineralischen Dämmstoff zu einem vollmineralischen Wärmedämm-Verbundsystem«, so Marketingleiter Christian Poprawa. »Auf diese Weise wird ein attraktiver und zugleich nachhaltiger Schutz der Fassade gewährleistet.«

Mineralische Putze

Mineralische Putze sind Produkte, die mit mineralischen Zusätzen versehen sind. Sie werden aus Bindemitteln wie Kalk und Zement sowie aus verschiedenen Sanden und Natursteinkörnungen (Marmor-, Kalkstein-, Quarzsande) hergestellt. Jeder mineralische Putz hat durch die jeweiligen Grundstoffe, Körnungen und Farben seine eigene Identität. Die optische Anmutung eines mineralischen Putzes variiert je nach Art der gewählten Putzart und Putzstruktur und des Farbtones.


Eigenschaften

Natürliche Werkstoffe
Ökologisch
Wirtschaftlich
Dampfdurchlässig
Langlebig
Wetterbeständig
Attraktiv in Farbe und Struktur

Mineralische Putze – mehr als nur Schutz

In der historischen Entwicklung waren mineralische Putze lange die einzigen Schutzhüllen unserer Bauwerke und haben sich über Jahrhunderte haben bewährt. Unser Anspruch heute und in Zukunft ist die Fertigung von hochwertigen mineralischen Edelputzen und Putzsystemen.


Die Putzsysteme von Weber beinhalten:

Mineralische Unterputze
Mineralische Edelputze
Pastöse Oberputze
Grundierungen
Farben
Bio-Innenputze


Weitere Infos unter:
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