
Das 125 m lange »Sonnenschiff« genannte Dienstleistungszentrum bildet das neue Tor zur Solarsiedlung am Schlierberg und schließt diese zur angrenzenden Hauptverkehrsstraße ab. Ein sechsgeschossiger Kopfbau im Norden bildet den Auftakt des Gebäuderiegels, der auf drei Geschossen Einzelhandel und Büros beherbergt. Auf das Flachdach dieser Stahlbetonkonstruktion sind vier dreigeschossige Wohnhauszeilen in Holzrahmenbauweise mit insgesamt neun Einheiten aufgesetzt. Die Dachgartenebene wird wie die Bürogeschosse über zwei seitliche Aufzugs- und Treppentürme erschlossen und auf der Westseite durch eine 3 m hohe durchlaufende Glaswand vor Schall und Wind geschützt.
Die von den Hausbesitzern gepachteten Dachgärten wurden bereits vor der Verkaufsphase vollständig bepflanzt. Eine mit verzinkten Stahleinfassungen wellenartig ausgeformte Topografie der Vegetationsschicht ermöglicht punktuell auch größere Gewächse. Eine weitere, nach Norden orientierte Dachterrasse befindet sich im zweiten Obergeschoss der Wohnhäuser. Gestaltbildendes Element und integrierter Bestandteil des »Plusenergie«-Konzepts sind die Photovoltaikanlagen, die auf einer von der Dachhaut abgelösten Glasebene mit weiten Dachüberständen über den Pultdächern schweben und durch transparente Fugen zwischen den Modulen einen reizvollen Schattenwurf erzeugen.






Energiekonzept:
Der »Plusenergie-Haus«-Standard mit einem Heizenergiebedarf von 10 bis 20 kWh pro m2 Nutzfläche im Jahr wird durch eine hoch wärmegedämmte Außenhülle (mittlerer U-Wert 0,38 W/m2K +/- 10 %), dezentrale Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung und passiv-solare Sonnenenergienutzung mit einer großflächigen nach Süden orientierten Dreischeiben-Wärmeschutzverglasung erreicht. Die regenerativen Energiequellen Sonne und Holz decken den gesamten Energiebedarf: Die Wärmeversorgung erfolgt über Nahwärme aus einem Holzhackschnitzel- Blockheizkraftwerk. Auf den Pultdächern sind ca. 1000 m2 Solarzellen mit einer Spitzenleistung von 104 kWp installiert. Der erzeugte Strom wird ins Netz eingespeist. Außen liegender Sonnenschutz, Speichermassen und Nachtkühlung machen eine mechanische Klimatisierung der Büros überflüssig. Die Bürofassade gliedert sich horizontal in drei Teile: Eine Festverglasung, einen Fensterflügel mit Dreischeiben-Wärmeschutzverglasung und eine Art Kastenfenster, bei dem hinter einem vorgesetzten farbigen Aluminiumblech ein opaker Lüftungsflügel mit Vakuumdämmung liegt. Die Luft strömt durch seitliche Gitter in diesen Kasten ein und erlaubt eine natürliche einbruchssichere, regengeschützte und lärmverminderndeLüftung bei Tag und Nacht.

Architekt: Rolf Disch, Freiburg
Mitarbeiter: Bernhard Vester (Projektleitung), Oliver Vollmer, Holger Auracher, Patrick Weiß, Christel Sick
Tragwerksplaner: Theobald & Partner, Kirchzarten (Massivbau); Andreas Wirth, Freiburg (Penthäuser)