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»Plusenergie«-Häuser

»Plusenergie«-Häuser auf Dienstleistungszentrum in Freiburg

Das 125 m lange »Sonnenschiff« genannte Dienstleistungszentrum bildet das neue Tor zur Solarsiedlung am Schlierberg und schließt diese zur angrenzenden Hauptverkehrsstraße ab. Ein sechsgeschossiger Kopfbau im Norden bildet den Auftakt des Gebäuderiegels, der auf drei Geschossen Einzelhandel und Büros beherbergt. Auf das Flachdach dieser Stahlbetonkonstruktion sind vier dreigeschossige Wohnhauszeilen in Holzrahmenbauweise mit insgesamt neun Einheiten aufgesetzt. Die Dachgartenebene wird wie die Bürogeschosse über zwei seitliche Aufzugs- und Treppentürme erschlossen und auf der Westseite durch eine 3 m hohe durchlaufende Glaswand vor Schall und Wind geschützt.

Die von den Hausbesitzern gepachteten Dachgärten wurden bereits vor der Verkaufsphase vollständig bepflanzt. Eine mit verzinkten Stahleinfassungen wellenartig ausgeformte Topografie der Vegetationsschicht ermöglicht punktuell auch größere Gewächse. Eine weitere, nach Norden orientierte Dachterrasse befindet sich im zweiten Obergeschoss der Wohnhäuser. Gestaltbildendes Element und integrierter Bestandteil des »Plusenergie«-Konzepts sind die Photovoltaikanlagen, die auf einer von der Dachhaut abgelösten Glasebene mit weiten Dachüberständen über den Pultdächern schweben und durch transparente Fugen zwischen den Modulen einen reizvollen Schattenwurf erzeugen.



  1. Photovoltaikmodule in VSG 10 mm Stahlprofil IPE-100 verzinkt, Hinterlüftung 200 mm Abdichtung Kunststofffolie OSB-Platte 22 mm, Å-Träger Vollholz mit OSB-Steg 356 mm dazw. Mineralfaser 356 mm Spanplatte 12 mm, Dampfbremse Gipsfaserplatte 12,5 mm
  2. Holzrost Lärche Abdichtung Kunststofffolie Gefälledämmkeil EPS 260 mm Dampfsperre, OSB-Platte 10 mm Brettschichtholz natur 120 mm
  3. Belag OSB-Platte geölt/gewachst 18 mm schwimmend auf Trennlage Zementestrich 50 mm, PE-Folie Mineralwolle 35/30 Holzwolleleichtbau-Platte 50 mm Grobspanplatte 10 mm Brettschichtholz natur 120 mm
  4. Lüftungsgerät mit Richtungswechsel Edelstahl 300/300 mm
  5. Hartholzparkett geölt 18 mm Zementestrich 55 mm, Trennlage Trittschalldämmung EPS 27/25 OSB-Platte 25 mm Holzbalken 100/200 mm dazw. Mineralfaser-Klemmfilz 150 mm Dampfsperre und Notabdichtung Bitumenbahn zweilagig Stahlbeton 300 mm
  6. Vegetationsschicht 150 mm Systemfilter 5 mm Drainschicht 40 mm Speicherschutzmatte 5 mm Gummigranulatmatte 10 mm Wurzelschutzbahn 5 mm Abdichtung 5 mm Wärmedämmung 360 mm Dampfsperre Bitumen10 mm Stahlbeton 300 mm


  1. Photovoltaikmodule VSG 10 mm
  2. Klemmprofil punktuell Stahlblech gekantet
  3. Edelstahlrohr | 30/30 mm
  4. Stahlprofil IPE-100 verzinkt
  5. Abdichtung Kunststofffolie OSB-Platte 22 mm, Å-Träger Vollholz mit OSB-Steg 356 mm dazwischen Mineralfaser 356 mm Spanplatte 15 mm, Dampfbremse Gipsfaserplatte 12,5 mm
  6. Belag OSB-Platte geölt/gewachst 18 mm, schwimmend auf Trennlage 2 mm Zementestrich 50 mm, PE-Folie Mineralwolle 35/30 Holzwolleleichtbau-Platte 50 mm Grobspanplatte 10 mm Brettschichtholz natur 120 mm
  7. Wellblech Aluminium 40 mm, Lattung 40 mm OSB-Platte 19 mm feuchtegeeignet Schallschutz OSB-Platte 15 mm Å-Träger Vollholz mit OSB-Steg 300 mm, dazwischen Mineralfaser 300 mm Gipsfaserplatte 12,5 mm, Dampfbremse Gipsfaserplatte 12,5 mm
  8. Schallschutzverglasung VSG 16 mm
  9. Fluchtsteg Gitterrost 30/10 mm, Stahlbetonfertigteil mit Verankerung Stahlprofil HEB 160
  10. Neoprenauflager 10 mm
  11. Hartholzparkett geölt 18 mm Zementestrich 55 mm, Pappe Trittschalldämmung EPS 27/25 OSB-Platte 25 mm Holzbalken 100/200 mm dazw. Leitungsführung Hohlraumdämpfung Mineralfaser 150 mm Dampfsperre Bitumenbahn zweilagig Stahlbeton 300 mm
  12. Lüftungsgitter Kastenfenster Nachtlüftung
  13. Metall-Glas-Paneel Vakuumdämmung 44 mm
  14. Pfosten-/Riegelfassade BSH 80/140 mm
  15. Linoleum 5 mm, Estrich 65 mm Trittschalldämmung 20 mm Stahlbeton 300 mm
  16. Birkensperrholz gelocht 16 mm Schallabsorptionsauflage 25 mm

Energiekonzept:
Der »Plusenergie-Haus«-Standard mit einem Heizenergiebedarf von 10 bis 20 kWh pro m2 Nutzfläche im Jahr wird durch eine hoch wärmegedämmte Außenhülle (mittlerer U-Wert 0,38 W/m2K +/- 10 %), dezentrale Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung und passiv-solare Sonnenenergienutzung mit einer großflächigen nach Süden orientierten Dreischeiben-Wärmeschutzverglasung erreicht. Die regenerativen Energiequellen Sonne und Holz decken den gesamten Energiebedarf: Die Wärmeversorgung erfolgt über Nahwärme aus einem Holzhackschnitzel- Blockheizkraftwerk. Auf den Pultdächern sind ca. 1000 m2 Solarzellen mit einer Spitzenleistung von 104 kWp installiert. Der erzeugte Strom wird ins Netz eingespeist. Außen liegender Sonnenschutz, Speichermassen und Nachtkühlung machen eine mechanische Klimatisierung der Büros überflüssig. Die Bürofassade gliedert sich horizontal in drei Teile: Eine Festverglasung, einen Fensterflügel mit Dreischeiben-Wärmeschutzverglasung und eine Art Kastenfenster, bei dem hinter einem vorgesetzten farbigen Aluminiumblech ein opaker Lüftungsflügel mit Vakuumdämmung liegt. Die Luft strömt durch seitliche Gitter in diesen Kasten ein und erlaubt eine natürliche einbruchssichere, regengeschützte und lärmverminderndeLüftung bei Tag und Nacht.


Architekt: Rolf Disch, Freiburg

Mitarbeiter: Bernhard Vester (Projektleitung), Oliver Vollmer, Holger Auracher, Patrick Weiß, Christel Sick

Tragwerksplaner: Theobald & Partner, Kirchzarten (Massivbau); Andreas Wirth, Freiburg (Penthäuser)